Ein Jüngling liebt ein Mädchen: Welttag der Poesie

Katharina Bregulla / pixelio.deKatharina Bregulla  / pixelio.de

Poesie macht man mit sich selber aus. Es ist die Intimität zwischen Autor und Leser, die für mich Gedichte so besonders machen. Vorgetragen verliert sich etwas davon im Raum und die geheime Verbindung zwischen beiden ist nicht mehr dieselbe. Aber weil heute Welttag der Poesie ist, haben wir in der Redaktion Gedichte für unsere Leser aufgesagt.

Meine Wahl fiel auf einen Text von Heinrich Heine. Vor kurzem durfte ich Rolf Becker mit eben diesem Text hören und ich fand ihn wunderbar! Er ist ein wirklich großartiger Rhetoriker. Und ist es nicht das Ziel, anderen so sehr im Gedächtnis zu bleiben, das sie nachzueifern suchen? Für den kurzen Poesie-Genuss hier das Gedicht.

Heinrich Heine: Ein Jüngling liebt ein Mädchen

Ein Jüngling liebt ein Mädchen,
die hat einen Anderen erwählt;
Der Andre liebt eine Andre,
Und hat sich mit dieser vermählt.

Das Mädchen heiratet aus Ärger
Den ersten besten Mann,
Der ihr in den Weg gelaufen;
Der Jüngling ist übel dran.

Es ist eine alte Geschichte,
Doch bleibt sie immer neu;
Und wem sie just passieret,
Dem bricht das Herz entzwei.

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